Katheter: Die Qual der Wahl – Teflon oder Stahl

Als Begleiterscheinung meiner neuen Insulinpumpe taucht nun auch neues Diabeteszubehör in meinem Diabetes Sortiment auf.  Und wie es immer so ist, gilt es sich zwischen den möglichen Optionen zu entscheiden. Im Falle der Katheter wurde mir die Entscheidung jedoch relativ leicht gemacht…

Softie oder Heavy Metal ??

Als ich vor knapp zwei Monaten endlich meine Animas Vibe bekam, war das eine der ersten Fragen die mir die Animas Außendienst Mitarbeiterin stellte. Es ging dabei jedoch nicht um meinen Musikgeschmack, sondern vielmehr um die Auswahl desjenigen Utensils, welches ich mir zukünftig anstatt  Pen Nadeln, in mein Unterhaut Fettgewebe stechen möchte. Katheter aus Teflon oder Stahlkatheter ??
Hmmm…gute Frage. Auf die Wahl der Insulinpumpe an sich hatte ich ja eine Menge Zeit verwendet, mich informiert und eingelesen. Doch die Thematik Katheter hatte ich bisher weitestgehend ausser Acht gelassen. Und so stand ich vor dieser Frage wie der sprichwörtliche Ochse vor dem Berg. Bevor ich verrate wie ich mich in dieser Sache entschieden habe und welche Auswirkungen diese Entscheidung hatte, zuerst einmal die Katheter Basics.
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Katheter Basics

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Stahl

  • Dünn
  • Starr und stabil – Spürbar bei Bewegung
  • feinere Einstiche, weniger Verletzung der Haut, geringere Vernarbung
  • empfohlene Liegedauer 48 Stunden

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Teflon

  • Dicker im Vergleich zu Stahl.
  • Flexibel – Bewegt sich in alle Richtungen – Daher eher für Sportler geeignet als Stahl.
  • stärkere Verletzung der Haut und dadurch u.U. grössere Vernarbungen
  • empfohlene Liegedauer 48 Stunden
  • ideal bei Nickel Allergie [/two_columns_one_last] [divider]

Beide Katheter-Arten gibt es sowohl in abkoppelbaren und nicht abkoppelbaren Varianten und mit verschiedenen Schlauch- und Kanülen- längen. Etwas schwieriger ist die Sache mit den Anschluss-Systemen, denn nicht jeden Katheter gibt es für jedes Anschluss-System. Hier muss dann mit Adaptern oder speziellen Reservoirs gearbeitet werden. Wenn auch dies nicht möglich ist, kann man nur auf die Katheter des jeweiligen Pumpen- Herstellers zurückgreifen. Weitere Information rund um Katheter
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Teflon let´s go

Ich entschied mich also für einen Teflon Katheter und bekam von meinem Arzt auch gleich das entsprechende Rezept über meinen Quartalsbedarf. Anfangs war ich damit auch sehr zufrieden. Ich spürte sie nicht grossartig und sie funktionierten. Das setzen des Katheters geht Dank der mitgelieferten Abschussrampe (ich weiss, richtig müsste es Inserter heissen) leicht von der Hand.

Doch nach einigen Tagen tauchten die ersten Probleme mit den Teflon – kathetern auf. Diese machten sich durch unerklärlich hohe Blutzuckerwerte bemerkbar. In den paar Wochen in denen ich jetzt die Pumpe trage, habe ich mehrmals das zweifelhafte Vergnügen einer abgeknickten Kanüle erleben dürfen. An einem Tag habe ich sogar dreimal den Katheter wechseln müssen. Das nervige ist, dass man das Problem erst relativ spät bemerkt. Also erst dann, wenn die Blutzucker Werte durch die Decke schiessen oder das Katheter- Pflaster schon mit Insulin durchtränkt ist.

Heavy Metal ist the Law

Nach diesem Erlebnissen hatte ich persönlich dann genug von Teflon Kathetern. Wahrscheinlich bin ich einfach kein Teflon Typ. Ich hörte mich also in der #dedoc Community um, was dort so empfohlen wurde und der Tenor waren eindeutig Stahl – Katheter. Ich bestellte mir also ein paar Probeexemplare und teste diese. Was mir sofort positiv auffiel war die Geschwindigkeit mit der man den Katheter wechseln konnte. Klar, denn Stahlkatheter piekst man sich, ohne irgendwelche Inserter, in eine etwas grössere Speckfalte. Gut verkleben und fertig. Ready to Go. Vom Trage Komfort her, bemerkte ich gegenüber dem Teflon – Katheter keine nennenswerten Unterschiede. Ausser, dass es hier und da mal etwas piekste. Aber das nehme ich gerne in Kauf, wenn mir dafür diese Abknick-Szenarien erspart bleiben.

Stahlkatheter mit Zugentlastung

Mein erster Stahlkatheter war einer dieser Exemplare mit einem separaten Pflaster zu Zugentlastung. Das hat den Vorteil, wenn z.B die Pumpe mal aus der Tasche fällt das Gewicht der Pumpe nicht direkt an der Kanüle reisst, sondern durch das extra Pflaster abgefangen wird. Nachteil: Man hat zwei Pflaster mit einem Stück Schlauch dazwischen am Bauch kleben. Der Katheter funktionierte einwandfrei und ich hatte während meiner Testphase nicht ein einziges Problem.

 

 

Von Heavy Metal zur heavy Rotation

Alle Katheter die ich bis dato ausprobiert habe hatten für mich alle den gleichen Nachteil. Der Abkoppel- Mechanismus ist starr fixiert. Mit anderen Worten der Schlauch wird von einer Seite eingeklickt (links/rechts oder oben/unten). Fällt die Pumpe mal runter oder es wirkt auf andere Weise Zug auf den Schlauch, kann es zu teilweise schmerzhaften Hebelwirkungen kommen, da der Koppel Mechanismus sich nicht mit bewegt. Anders bei meinem bisherigen Favoriten unter den Kathetern: Dem Rotofine von mylife. Hier hat sich der Hersteller einen rotierenden Koppel- Mechanismus mit integrierter Zugentlastung einfallen lassen. Somit kann der Schlauch 360 Grad um den Katheter rotieren, was den Trage-Komfort wie ich finde deutlich erhöht und das verlegen des Katheter Schlauchs sehr vereinfacht.

 

 

 

 

Das gute Stück gibt es mit 5mm oder 8mm langen Kanülen und mit 60cm oder 75cm Schlauchlänge. Bisher bin ich also schwer begeistert von dem Teil. Mal sehen wie er sich beim Sport so macht.

In diesem Sinne,

YOU SPIN ME Right Round Baby….