Mylife Diabetes Network – Kick off in den Bergen

Am letzten Februar Wochenende war ich einmal mehr mir der DOC unterwegs. Mylife, vielen sicherlich durch den Omni Pod ein Begriff, hatte zum Launch des mylife Diabetes Networks geladen und so folgten einige der deutschen Diabetes Blogger und meine Wenigkeit, dem Ruf in die Schweiz. Da das Programm im Vorfeld nur vage bekannt gegeben wurde, waren wir alle sehr gespannt auf das was uns dort erwarten würde. Doch alle unsere Erwartungen oder Vorstellungen wurden um ein Vielfaches übertroffen.

Es ist ja immer so eine Sache mit solchen Einladungen, verlaufen sie doch meist nach dem selben Schema. Grob vereinfacht, lädt Hersteller XY eine Horde Blogger oder sonstiges Internet / Social Media affines Volk aus seiner Zielgruppe irgend wohin ein und präsentiert bei Schnittchen, Smalltalk und Powerpoint sein neues supergeiles Produkt. Natürlich ohne auf kritische Nachfragen genauer einzugehen oder sich diesen überhaupt auszusetzen.
Im Gegenzug wird dann unterschwellig erwartet, dass man natürlich nur supergeiles über dieses Produkt berichtet. Denn so funktioniert das ja mit den Bloggern und dem Social Media Dings…. oder ? Dass es so eben nicht funktioniert, hat Ypsomed mylife offensichtlich erkannt und hat sich getraut, einen anderen Weg der Kommunikation mit uns Bloggern einzuschlagen. Aber nun zurück zu besagtem Wochenende.

Sie wollen Ihre Bauchspeicheldrüse loswerden ??
Dr. Finn und sein Team sind für Sie da. (c) Andreas Thut

Alles nahm seinen Anfang am Freitag Vormittag am Baseler Flughafen. Nachdem nach und nach alle eingeflogen waren, wurden wir von Andreas Thut in Empfang genommen und es ging Richtung Solothurn. Nach einem kleinen Stadtbummel trafen wir dort beim Mittagessen auf die anderen Teilnehmer und Mitarbeiter von mylife. Mit von der Partie waren Ilka und Finn, Matthias und Tine sowie Laura Walde als einzige Vertreterin der schweizer Diabetes Blogger. Nach dem hervorragenden Mittagessen ging es dann zum Produktionssitz von Ypsomed in Solothurn. Hier durften wir dann einen Blick hinter die Kulissen werfen und uns ansehen wie Pen Nadeln und Einweg-Pens hergestellt werden. Man kennt diese Produkte ja aus seinem Diabetiker Alltag, aber zu sehen wie viel Aufwand nötig ist um diese “Dinge des täglichen Gebrauchs” herzustellen, war für mich sehr beeindruckend. Allein für die Herstellung einer Pen Nadel sind 69 Arbeitsschritte nötig. Wir wurden, gewandet in der wohl schärfsten Sicherheitsbekleidung die Ypsomed zu bieten hatte, durch die Produktionshallen geführt und alle Arbeitsschritte wurden uns genau erklärt. Gern hätte ich euch hier Bilder davon präsentiert, denn das ganze hatte für mich einen Geschmack von “zu Besuch im Maschinenraum des Holo Decks”. Ich wollte jedoch nicht der Industriespionage bezichtigt werden. Eine riesiger Maschinenpark in dem ein Zahnrad in das andere greift. Super ! Das bekommt sicher nicht jeder einfach mal so zu sehen und allein dafür gebührt Ypsomed mein voller Respekt. Nach einer kleinen Stärkung, oder wie man in der Schweiz sagt Aperöl, ging es dann weiter in die Schweizer Berge.

Unser Domizil für die nächsten Tage war die urgemütliche und nur per Land Rover oder Ski DO erreichbare Saanewald Lodge bei Gstaad. Eine Herberge im 60 er Jahre Stil, mit allem was das Herz begehrt, mitten auf einer Ski Piste gelegen und mit einer super Aussicht auf die Schweizer Berge. Nachdem wir alle eingecheckt hatten, fanden wir uns, in unserem ebenfalls äusserst gemütlichen “Tagungsraum mit Ausblick” zusammen und wurden per Skype Schalte vom Ypsomed Chef  Simon Michel herzlich begrüsst . Ausserdem erfuhren wir nun zum ersten Mal, was es denn nun mit dem mylife Diabetes Network auf sich hatte. Hierbei sollte der Fokus auf ehrlichen Austausch zwischen Hersteller und uns “Endusern” liegen. Und zwar nicht nur in Bezug auf bereits existierende Produkte sondern bezogen auf alle Belange des Diabetiker – Lebens. Online und Offline. Kurz zusammenfassen könnte man das ungefähr so:

[blue_box]Sagt uns was ihr braucht und wir sagen euch was wir umsetzten können und was nicht. Lasst uns voneinander lernen.

Zäme der Schweizer Begriff für zusammen. Der Name war Programm

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Anschliessen ging es dann zum Abendessen und dem gemütlichen Chill Out des Tages über.  Bei solchen Zusammenkünften der Diabetes Online Community ist es ja immer schwer ein Ende zu finden, trotzdem war ich am Ende des Tages froh in meinem Bett zu liegen. Ich habe geschlafen wie ein Stein, was sicherlich der ungewohnten Schweizer Bergluft geschuldet war. Am nächsten Morgen konnte ich zufrieden feststellen, dass ich durch mein Schnarchen keine Lawinen ausgelöst hatte und auch meinen Zimmer Nachbar Finn hatte es nicht nennenswert gestört.

Nach einem gemeinsamen Frühstück fanden wir uns am nächsten Morgen wieder in unserem Workshop Wohnzimmer zusammen und es ging auch gleich zur Sache. Nach einer Präsentation und der Diskussion der Online Aktivitäten von mylife, ging es nun um das Thema Produktentwicklung. Wahrscheinlich hat sich jeder Diabetiker schon mal diese oder eine ähnlich gelagerte Frage gestellt: ” Was zum Teufel ist so schwer daran, Feature X in das Produkt Y zu integrieren ?”.  Nun, aus der Sicht des Anwenders ist das eine durchaus berechtigte Frage. Kann ja nicht so schwer sein. Aus der Sicht des Entwicklers aber, stellt sich die Problematik durchaus komplizierter dar. Jede Änderung an einem bestehendem Produkt bedeutet, vereinfacht gesagt, den kompletten Aufwand zur Genehmigung noch einmal betreiben zu müssen. Klingt komisch, ist aber so. Man mag sich darüber wundern aber letztendlich reden wir hier von Medizin Produkten. Diese Zusammenhänge bekamen wir eindrucksvoll erklärt. Und zwar nicht etwa von Marketing Leuten, sondern von den jeweiligen Verantwortlichen höchst persönlich. Wie ihr euch denken könnt, haben wir diese bis dato einmalige Gelegenheit intensiv genutzt um Fragen zu stellen.

Pünktlich zur Pause unseres Workshops hatten sich die Sons of the Dessert, zwei Schweizer DJ´s, auf der Terrasse unterhalb unseres Workshop Wohnzimmers in Stellung gebracht und beschallten uns fortan mit feinster Musik.
Mal ehrlich, wie cool ist das denn ? Du stehst auf dem Balkon eines Schweizer Hotels, voll mit Eindrücken des eben gelernten, schaust bei perfektem Wetter zu wie sich Snowboarder waghalsig in ein extra aufgeblasenes Luftkissen stürzen, während du mit cooler Musik beschallt wirst. Gebt mir ein Snowboard und ich bin dabei. 😉

Nach der Mittagspause ging es weiter im Program. Und zwar mit einem echten Highlight .Ypsomed stellte uns ihr neuestes und noch nicht veröffentlichtes Produkt vor und fragte und nach unserem Urteil. Vor der Markteinführung  eines Produktes nach seiner Meinung oder seinem Urteil gefragt zu werden, kann man wohl als absolutes Novum bezeichnen.

Ich werde hier jetzt noch nicht näher auf des Pudels Kern eingehen, aber soviel sei gesagt:  There´s a new Kid in town. Nähere Infos folgen noch in dieser Woche. 

Am Nachmittag stand Curling auf dem Program und wir fuhren mit Bahn nach Gstaad und wanderten durch den Ort zur Curlinghalle. Unter fachkundiger Anleitung traten wir in zwei Teams gegeneinander an und versuchten so grazil wie möglich die Eisstöcke übers Eis gleiten zu lassen. Ich hatte diesen Sport ja immer ein wenig belächelt und musste feststellen, dass er nicht nur Spass macht sondern auch ganz schön anstrengend ist. Mein Blutzucker legte während des Curlings gleich zweimal eine Hypo aufs Eis. Wahrscheinlich war die ungewohnte Kombination aus wandern durch Gstaad bei frischer Bergluft und Curling hier nicht ganz unbeteiligt. Das waren dann aber auch die einzigen Ausrutscher an diesem Wochenende. Mein Blutzucker überraschte mich an diesem Wochenende erfreulicher Weise mit tollen Werten. Nach dem Curling, zurück in der Saanewald Lodge, wurde ein ausführliches Blogger Meeting im Hot Tub abgehalten, bevor es zum Abendessen ging. Nachdem unsere Energie Reserven nun wieder aufgefüllt waren, stand Nachtrodeln auf dem Plan. Ausgestattet mit Holzschlitten rasten wir, immer schön den aufgestellten Fackeln folgend, die leere Skipiste hinab. Eine Mega-Gaudi.

Zu spätere Stunde trafen wir uns dann an der Hotelbar um bei einem gepflegten Kaltgetränk den Tag ausklingen zu lassen. Natürlich nicht ohne nochmals über die Themen des Workshops und das neue Produkt von mylife zu plaudern. Wann hat man schon mal die Gelegenheit Infos aus erster Hand zu bekommen und sich mit den Machern eines solchen Produktes auszutauschen. Ich denke sowohl wir Blogger als auch mylife haben eine Menge voneinander gelernt.  Leider neigt sich auch ein solches Wochenende irgendwann dem Ende entgegen und so wurden wir am nächsten vormittag, nach gemeinsamen Brunch, per Ski Mobil zum Bahnhof gebracht um die Heimreise anzutreten.

Fazit:

Ein tolles Wochenende mit genau der richtigen Mischung aus Spass, Austausch und Workshops. Und das an einem perfekten Ort. Ein rundum gelungenes Event bei dem man merkte, dass sich das Ypsomed Team richtig Gedanken gemacht hatte. Besser hätte der Launch des mylife Diabetes Networks nicht laufen können. An dieser Stelle nochmals ein grosses Dankeschön an das gesamte  mylifeTeam.