Insulin aus der Schuhcremedose – Diabetes heilbar durch OP

Was hat Insulin in einer Schuhcreme Dose verloren ?? Auf den ersten Blick eine völlig abwegige Assoziation. Bei genauerer Betrachtung könnte das, an dem Wissenschaftler aus Dresden gerade forschen, in Zukunft einigen Menschen helfen. 


Vor einiger Zeit habe ich hier auf dem Blog vom sogenannten Bio Hub Berichtet. Dabei ging es im groben um die Implantation von Inselzellen in einem vor dem Immunsystem geschützten Trägermaterial. Diese sollen dann die Funktion der körpereigenen (und bei den meisten Diabetikern schon zerstörten) Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse übernehmen und eigenständig Insulin produzieren. So weit die Theorie. Doch das einsetzten von Zellen ist nur ein Teil der Prozedur.
Denn es ist möglich, dass der Körper diese Zellen nicht akzeptiert und abstösst. Um das zu vermeiden wird versucht das Immunsystem auf die fremden Inselzellen vorzubereiten bzw. einzustellen. Das geschieht durch den Einsatz  von sogenannten Immunsuppressiva .
Die Immunsuppressiva lähmen das Immunsystem des Patienten aber so stark, dass er sehr anfällig für Infekte wird. Auch das Krebs Risiko kann steigen.

Das Prinzp der “Büchse der Pandora” wird umgekehrt.

Es gilt also die körperfremden Inselzellen so unterzubringen, dass sie einerseits vor dem Immunsystem geschützt sind, andererseits aber das von ihnen produzierte Insulin in den Blutkreislauf gelangen kann. Und das ist der Ansatz der in Dresden verfolgt wird. Zusammen mit Forschern aus Israel haben sie eine Kapsel, ähnlich einer Schuhcremedose, entwickelt die genau das kann. Erreicht wir dieses durch eine spezielle halbdurchlässige Membran der Dose. Ähnlich wie bei atmungsaktiven Textilfasern, kann so Insulin aus der Kapsel in den Blutkreislauf entweichen. Für die Abwehrstoffe des Körpers gilt jedoch : Wir müssen leider draussen bleiben.
Diese Verfahren wurde bereits erfolgreich über einen Zeitraum vom zehn Monaten an einem Patienten erprobt und verlief ohne weitere Komplikationen. Nun müssen noch einige technische Probleme, wie etwa die Sauerstoffzufuhr für die Inselzellen, gelöst und klinische Studien an vielen Patienten durchgeführt werden. Es ist also nicht davon auszugehen, dass ein solches Verfahren zeitnah angewendet werden kann.
Sollte sich dieses Verfahren aber bewähren, scheint es durchaus möglich auch ein weiteres Problem der Inseltransplantation zu lösen. Bisher sind die Patienten auf Spender Organe angewiesen, von denen es bei weitem nicht genug gibt. Wenn diese “Schuhcreme Dose” also funktioniert, wäre es u.U möglich auch Schweine – insulinproduzierende Zellen einzusetzen.

Das alles ist natürlich noch Zukunftsmusik. Aber es macht Hoffnung, finde ich.